Deutschland hat ab sofort den Literaturpreis für Magic, Pop und Ewigkeit.

Gala

Wer mit Polina Lapkovskaja, Alexa Hennig von Lange und Eckhart Nickel ein rauschendes Fest feiern möchte, ist herzlich eingeladen. Die Gala zur Preisverleihung wird am 5. Dezember 2021 im Hotel Maximilian’s in Augsburg stattfinden. Zusätzlich vergeben wir den «Lou-Andreas-Salomé-Spezialpreis für Texte, die vor Liebe sprühen», der am 4. Dezember 2021 im Brechthaus in Augsburg verliehen wird. Der Preisträger/die Preisträgerin wird im Anschluss lesen.

Longlist 2021

(In alphabetischer Reihenfolge)

Erdbebenwetter, Zaia Alexander
Erdbebenwetter, Zaia Alexander

Lou lebt mit ihrer Tochter und einer Katze in L.A. Beide sind ihr zugelaufen. Irgendwann einmal, die Zeit spielt keine Rolle. Und irgendwann einmal wird Lou in einen Zirkel von Hexen aufgenommen, der nicht etwa das Verborgene, sondern das ohnehin schon Sichtbare hervorzaubert.

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In zwangloser Gesellschaft, Leonhard Hieronymi
In zwangloser Gesellschaft, Leonhard Hieronymi

Ein junger Mann besucht Europas Friedhöfe und deren literarische „Bewohner“ (Ovid, Arno Schmidt, Christa Wolf u.a.). Dabei sinniert er über das Verschwinden, Unsterblichkeit und andere Belanglosigkeiten.

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Schlachthof und Ordnung, Christoph Höhtker
Schlachthof und Ordnung, Christoph Höhtker

Marom ist das neue Om. Die Pille gegen Angstzustände schickt Top-Manager, eine Teilzeit-Terroristin, einen Journalisten, einen Schlachthofmitarbeiter, ach was, die ganze Gesellschaft auf einen irren Trip in den (un)heilbringenden, (un)glückseligen Wahnsinn.

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Die Geschichte eines einfachen Mannes, Timon Karl Kaleyta
Die Geschichte eines einfachen Mannes, Timon Karl Kaleyta

Wir finden das Buch wahrscheinlich auch deswegen geil, weil wir selbst das easy 80er-Jahre-Glück in der westdeutschen Provinz genießen durften. Bis auf Tschernobyl – ich musste schnell raus aus dem Sandkasten und rein uns Haus, wenn es anfing zu regnen – und der Wiedervereinigung ist ja nicht wirklich viel Nennenswertes passiert, oder? Als ich das Buch las, war ich sofort hooked und musste unbedingt wissen, wie es mit diesem Knallkopf weitergeht und wie der ganze Wahnsinn enden würde. Hier ist alles ironisch und zugleich ernst, wie sollen die Deutschen das überhaupt aushalten?

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Oder, Judith Keller
Oder, Judith Keller

Manchmal steht nur ein Satz auf der Seite, manchmal ist er sogar durchgestrichen und manchmal ist man in der Mitte einer Geschichte ohne Anfang und Ende. Judith Keller transformiert Text vom Spoken Word zum Written Word und wieder zurück.

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Sonder, Alard von Kittlitz
Sonder, Alard von Kittlitz

Die philosophische Bedeutung des Wortes „Sonder“ flasht mich sofort: „Sonder“ ist die plötzliche Einsicht, dass jeder beliebige Mensch, der uns begegnet, ein ebenso echtes Leben lebt wie wir selbst. Wir folgen dem nerdigen Produktdesigner Peter Siebert – intellektuell schlicht, ästhetisch aufs feinste ausdifferenziert (Wabi-Sabi, welch ein geiles japanisches Schönheitsideal, gerade heute!), transzendental obdachlos – in eine abgefuckte Welt in naher Zukunft. Eigentlich ist alles jetzt schon genau so, wie es sich im Buch darstellt, und es graust einem, wenn man noch alle Latten am Zaun hat. Alle Figuren des Romans sind von einem derartig haarsträubenden Nichts umgeben, das ich beim Lesen wirklich so sehr spüre, dass ich in seinen Strudel hinabgezogen werde. Ich komme da nicht mehr raus, bis zum Schluss. Echt.

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Die Palmen am Strand von Acapulco sie nicken, Charlotte Krafft
Die Palmen am Strand von Acapulco sie nicken, Charlotte Krafft

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Pappel - Die Geschichte eines Herumtreibers, Dalibor Markovic
Pappel – Die Geschichte eines Herumtreibers, Dalibor Markovic

Konrad Pappel, der früher ein richtig echter Pappel-Baum war, wandert durch die Jahrzehnte, wobei er auf mysteriöse Weise mit dem Leben Franz Kafkas verbunden ist.

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Mit einem Fuss draussen, Anais Meier
Mit einem Fuss draussen, Anais Meier

Ein Fuß, der aus dem Schilf im See ragt, ruft Gerhard auf den Plan. Er, der selbst mit einem Fuß außerhalb der Gesellschaft steht, will den Fall mithilfe einer Ente und viel Erfindungsreichtum aufklären.

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Identitti, Mithu Sanyal
Identitti, Mithu Sanyal

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Made in China, Lea Schneider
Made in China, Lea Schneider

Nanjing, Shanghai, Hong Kong, Taipei, Chengdu, Beijing – Lea Schneider bewegt sich durch sechs Städte, sucht und sammelt Begegnungen mit Menschen, Dingen und Erinnerungen, die sie in kurzen Textfragmenten nebeneinanderstellt und damit beweist, dass Lyrik alles kann.

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Junge mit schwarzem Hahn, Stefanie von Schulte
Junge mit schwarzem Hahn, Stefanie vor Schulte

Viel zu klug, viel zu gut, viel zu mutig ist der Junge mit dem schwarzen Hahn in einer grausamen, dummen und absurden Welt. Eine Art Messias, der ähnlich wie ein Karate-Kämpfer alle ihm entgegengebrachte Energie, all die Dummheit und den Aberglauben, gegen seine Angreifer zurück leitet.

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Amanecer, Sophie Stein
Amanecer, Sophie Stein

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Ameisen unterm Brennglas, Jens Steiner
Ameisen unterm Brennglas, Jens Steiner

Ganz subtil, vorerst nur als leichte Verschiebung, kündigt sich die bröckelnde Statik der Welt in den Leben dreier Menschen an. Dass ein Raupe Tonis Basilikum frisst, ist also nur der Anfang.

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Die 12 Leidensstationen nach Pasing, Stefan Wimmer
Die 12 Leidensstationen nach Pasing, Stefan Wimmer

Was es braucht, um sich im Jahr 1985 erfolgreich entjungfern zu lassen? Kajal, Gothic und Baby Love. Gesagt, getan, denkt sich die Kajal-Clique, aber irgendwie passiert dann doch nichts. Zeit für die Pasinger Buam, ihre Strategie anzupassen…

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Die Jury

Dr. B. erfand das Literaturhaus Augsburg und schwärmt außerordentlich für Katzen. Menschen hat er am liebsten in Büchern. Dr. D. lernte Dr. B. in der Schwarzen Katze bei einer Kalten Ente kennen. Sie liebt Tiere und Menschen gleichermaßen. Katrin M. nähert sich Menschen und Tieren mit Bedacht. Und mit Leckerli. Sie vervollständigt das Trio impertinente. Außerdem mit dabei:

Alexa Hennig von Lange
Alexa Hennig von Lange

schreibt seit sie acht Jahre alt ist. Zwischen Relax und Die Wahnsinnige liegen Welten und Wirklichkeiten.

Dr. Eckhart Nickel
Dr. Eckhart Nickel

schrieb schon über halluzinogene Kalbsbraten, hysterische Himbeeren und smarte Reisehandschuhe. Er hat einen Mops und trägt gern weisse Hosen.

Polina «Polly» Lapkovskaja
Polina «Polly» Lapkovskaja

schreibt, performt, komponiert und doziert. Sie konzipiert, kuratiert und berät. Ihre Terrasse haben wir Capri getauft.

Dr. B.
Dr. B.

erfand das Literaturhaus Augsburg und schwärmt außerordentlich für Katzen. Menschen hat er am liebsten in Büchern.

Dr. D.
Dr. D.

lernte Dr. B. in der Schwarzen Katze bei einer Kalten Ente kennen. Sie liebt Tiere und Menschen gleichermaßen.

Katrin M
Katrin M

nähert sich Menschen und Tieren mit Bedacht. Und mit Leckerli. Sie vervollständigt das Trio impertinente.

Was wir wollen!

Kunstwerdung der Welt!
Lasst uns die Welt erwecken und vergolden!
Weg vom ungebrochenen Realismus
Transzendenz, Utopie und Vision!
Neue Wege!

Freunde und Förderer

MCA Innenarchitektur
Rechtsanwalt Max Kerscher
Patentanwalt Peter Prünte
Hotel Spangla in Sand/Südtirol
Krasse Videos Augsburg
Moebel Horzon Berlin

Teilnahme

Genre: erzählende Literatur – Sprache: deutsch (im Original), maximal 2 Titel pro Verlag – Für weitere Details Email an: preis@literaturhaus-augsburg.de

Das Manifest

Magic sind Texte, die sich auf zauberhafte Weise in die Wirklichkeit einmischen. Weil sie der Welt etwas entgegenzusetzen haben, das in ihr so noch nicht vorhanden ist. Wir sind es leid, die Banalität der Gegenwart in einer ebenso banalen Sprache gespiegelt zu sehen. Das ist falsch verstandener Realismus. Aber auch die deutsche Tradition der feinfühligen Innenschau langweilt uns maßlos. Wir können keine Psychogramme mehr ertragen, keine Biografien, die automatisch in die dunkle Vergangenheit der Geschichte zurückführen. Beichten müssen wir daher die Absolution versagen.

Was wir wollen, ist ein Literaturpreis, der selbst Literatur ist. Indem er sich genauso fantasiereich und surreal versteht wie die Erzählungen, die er prämieren will – Transzendenz, Utopie und Vision! Texte, die neue Welten schaffen, indem sie das Ich überwinden, indem sie die Imagination feiern oder es so maßlos überhöhen, dass es eine Freude ist, an dessen Oberfläche entlang zu gleiten. Das ist Pop!

Wir wollen eine fremde Sprache im Vertrauten finden, die viel wagt und möglichst viele Menschen in ihren Bann zieht! Pop erschafft eine Rede, die die Vielfalt von Sprache ausschöpft, die erzählt und nicht analysiert. Auf dass sie für die Ewigkeit bleibt. Präsent und vollends aus der Zeit gefallen zugleich.

Literatur muss, wie der Literaturpreis, der sie feiert, zum Spektakel werden, ProtagonistInnen und AutorInnen zu Sternen an diesem neu aufgezogenen Himmel. Die Kunst muss so gut sein, dass sie die Wirklichkeit vergessen macht und so am Ende beide ununterscheidbar sind in der neuen Wirklichkeit der magischen Fiktion.

Wir wollen eine neue Werthermanie mit blauem Frack und gelber Weste, ein Faserlandfieber mit Brooks-Brothers-Hemden und grünen Barbourjacken. Ziel des Preises ist es, die Welt zu erwecken und zu vergolden. Wie ein Filter legt sich die Fiktion über die Welt, schleicht sich in unseren Alltag ein und verweilt für einen Moment, um eine Spur zu hinterlassen, die unser Ich und unsere Zukunft mitbestimmt. Nur so finden wir die ursprüngliche Bedeutung der Dinge wieder. Indem wir dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein geben.